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Das wehrhafte Bergdorf Morella

Städte und Dörfer an unbekannten Jakobswegen

Wenn man sich über die Nationalstraße 232 von der Küste her dem Pass Torre de Querol nähert, dann liegt vor jedem Autofahrer (und vor jedem Wanderer) eine anstrengende und spannende Serpentinen-Tour, bevor die Höhe von 1080 Metern erreicht ist. Danach geht es ruhiger und sanfter wieder ein Stück bergab. Wer die Strecke schon kennt, der wartet jetzt auf einen wunderbaren Augenblick. Die Straße führt auf dem Gipfel eines Hügels durch einen Hohlweg. Sobald man durch diesen hindurch ist, hat der Reisende oder der Wanderer einen ersten freien Blick auf das Bergdorf Morella.

Man sieht eine Stadt mit weißen Häusern, die auf einem Felsen liegt und von einer Burg gekrönt wird.

Diese erste, unerwartete Aussicht ist atemberaubend schön: Der Ort schmiegt sich mit seinen weißen oder lehmfarbenen Häusern mit roten Dächern an die Flanken einer felsartigen Erhebung aus Kalkstein, die ganz oben, auf ihrer Spitze von einer Burg, einem Castillo, gekrönt wird. Etwa auf halber Höhe umrundet eine völlig intakte, gewaltige Stadtmauer den ganzen Ort.

Das gewaltige Haupttor von Morella mit zwei mächtigen Türmen    Blick über eine steinerne Brüstung auf wunderschöne Blüten und die Stadt Morella

Das Haupttor von Morella - San Miguel und ein Blick vom Vorplatz des Klosters San Francisco

Die meisten Besucher betreten Morella durch das Haupttor San Miguel. Es besteht aus zwei mächtigen runden Türmen, die in luftiger Höhe durch einen Wehrgang verbunden sind. Ich selbst bevorzuge den Eingang in das Städtchen durch ein Tor, das nach dem Nachbarort Sant Mateu benannt wurde. Es ist wesentlich kleiner und daher weniger spektakulär. Doch gleich danach, ein wenig dem Lauf der Straße folgend, bietet sich hier eine kleine Attraktion: das überdachte alte Waschhaus des Ortes, wo das Wasser noch genauso munter plätschert wie vor vielen hundert Jahren schon.

Buntes Leben in alten Mauern

Morella hat innerhalb und außerhalb seiner Mauern viel zu bieten. Außerhalb ist es die wunderbare Landschaft der Puertos de Morella, durch die sich das Flüsschen Rio Bergantes schlängelt, und vor den Toren der Stadt das Aquädukt, eine auf hohen Bögen geführte Wasserleitung, die bereits seit dem 13. Jahrhundert in Betrieb war.

Im Inneren gibt es eine Vielzahl von erwähnenswerten Sehenswürdigkeiten: noble Bürgerhäuser, Paläste adliger Familien, die Erzpriesterkirche Santa Maria, das ehemalige Kloster San Francisco. Romantische Gassen sind in typischer Bergarchitektur überbaut mit Hilfe hölzener Säulen und Konstruktionen, steile Treppen verbinden die Straßen und Gassen.

Ein wundervolles gotisches Kirchenportal mit den heiligen Aposteln  Eine steile Steintreppe im Bergdorf Morella

Hauptportal der Erzpriesterkirche Santa Maria und eine steile Treppe im Bergdorf

Der Ort war über Jahrhunderte Schauplatz blutiger, kriegerischer Auseinandersetzungen um die Vormachtstellung in diesem strategisch wichtigen Gebiet. Am besten kann man sich davon ein Bild machen, wenn man den Aufstieg wagt zum Castillo. Erst schlängelt sich der Weg sanft ansteigend um die Burganlage. Hier kann man bereits die typischen Einrichtungen einer solchen Wehranlage besichtigen: Pulverkammer, Bäckerei, Kasematten, Mannschaftsräume, Friedhof, Brunnen usw. Ein Höhepunkt ist das Haus des Gouverneurs. Es wurde direkt in große Felsspalten hineingebaut, ist erst seit kurzem Besuchern zugänglich und beherbergt eine wunderbare Ausstellung rund um die Geschichte der Burg und der Stadt Morella. Wer hier noch nicht müde ist, der steigt auch noch die exakt 98 Stufen bis zum Gipfel empor. Entlohnt wird er durch die Erkundung des von weiteren militärischen Gebäuden umsäumten Waffenplatzes und einen phantastischen Blick auf die Stadt und über die Landschaft der Puertos de Morella.

PS

 

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