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Inhaltsangabe zum Buch

Inhaltsangabe zum Buch

Ein Heide auf dem Jakobsweg

Porträtfoto des Autors Peter Schumann  Erzählung von Peter Schumann

Der Autor, Peter Schumann, Journalist von Beruf, war bereits sechzig Jahre alt, als er sich zu diesem Abenteuer entschloss. Nein, das Buch eines in Deutschland berühmten Comedians war nicht der Auslöser. Vielmehr befand er sich in einer Art Sinnkrise, die uns Menschen manchmal erfasst, wenn wir der Meinung sind, dass das Leben keine großen Überraschungen mehr für uns bereit hält.

Nun also sollte es der Jakobsweg richten. Es ist inzwischen vielleicht bekannt, dass nur etwa die knappe Hälfte aller Pilger nach Santiago de Compostela noch aus ausschließlich religiösen Gründen diesen Weg beschreitet. Der Titel des Buches verrät es ja: Auch der Autor begab sich auf diese entbehrungsreiche Tour nicht aus Glaubensgründen. Wohl aber hatte er Respekt vor den Jahrhunderte alten religiösen Traditionen dieses Weges. Das, übrigens, kann und muss man von jedem erwarten, der diesen Weg beschreitet.

Das Buch ist keine bloße Wegbeschreibung, obwohl der Autor natürlich akribisch Tagebuch führte. Wen es interessiert, der kann mit Hilfe von Karten an Hand der genauen Ortsangaben den gesamten Weg leicht nachvollziehen. Denn unser Pilger begann den Weg nicht wie üblich in Saint-Jean-Pied-de-Port an der französischen Grenze, sondern von der Tür seines Hauses aus. Und das steht an der spanischen Mittelmeerküste in Peñiscola, an der Costa Azahar, zwischen Tarragona und Valencia. Ihn führte der Weg also unter anderem über das Bergdorf Morella nach Alcañiz und Escatron am Ebro, von dort weiter über Zaragoza nach Logroño, wo schließlich der bekannte französische Weg verläuft. Doch an dieser Stelle hatte er bereits 440 Kilometer quer durch Spanien hinter sich.

Das Buch wechselt zwischen der Beschreibung spannender Erlebnisse auf dem Weg und autobiographischen Kapiteln. Letztere versuchen zu erklären, warum ein Heide, aus dem Osten Deutschlands kommend, schließlich auf diesem Pilgerweg landete. Bis dahin hatte er einen anderen, nicht weniger abenteuerlichen Weg zurückgelegt, nämlich von einer Gesellschaftsordnung, die sich sozialistisch nannte, in der DDR über die sogenannte freiheitliche Demokratie im kapitalistischen Gesamt-Deutschland bis hin zur parlamentarischen Erbmonarchie im Königreich Spanien. Gute Voraussetzungen also für Milieubeschreibungen und provokative Denkansätze. Beides versucht der Autor zu bedienen. So ist ein Buch entstanden, bei dem man sich – eine gewisse Toleranz für Andersdenkende vorausgesetzt – bestimmt nicht langweilt.

 

 

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