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Meditieren am Meeresstrand

Wie ich mich selber wieder in Schwung bringe

Diese Seite will nicht mehr scheinen als sie ist und keine falschen Hoffnungen wecken. Es geht hier nicht um das Thema Meditation aus gesundheitlicher oder gar wissenschaftlicher Sicht, sondern ausschließlich aus einer sehr privaten. Ich mag mir auch gar nicht vorstellen, wie professionelle Zeremonienmeister der Kunst des Meditierens auf diese laienhafte Seite reagieren würden. Vermutlich würde es einen empörten Aufschrei geben angesichts meiner stümperhaften Vorstellungen. Wenn Du also mehr erwartet hast, eine professionellere Sicht und Herangehensweise etwa, dann brauchst Du Dich von dieser Homepage trotzdem nicht enttäuscht abzuwenden. In der Linkliste, die im Menü links zu finden ist, habe ich solche Seiten getestet und die aus meiner Sicht besten aufgelistet. Diese Aufzählung wird von Zeit zu Zeit um weitere gute Seiten ergänzt.

Ich möchte an dieser Stelle lediglich erzählen, wie ich mit Stress, unbehaglichen oder schwierig scheinenden Situationen umgehe. Ich habe durchaus viel gelesen über Meditation, aber nie mit dem Ziel, es anzuwenden. Ich habe es gelesen wie eine Geschichte, und schon das hatte eine gewisse beruhigende Wirkung auf mich. Das kam wahrscheinlich daher, dass der Verstand eine Aktivität gegen das Unbehagen registriert und dem Körper signalisiert hat, dass eine Lösung in der kommenden Zeit möglich ist. Doch das ist wie Vieles in der Meditation nur eine Vermutung von mir und nicht beweisbar.

Kann jeder es tun, wann immer er will?

Wenn man das „Große Fremdwörterbuch“ nach dem Begriff „Meditation“ befragt, so ist das Ergebnis eher ernüchternd. Da steht: „das Nachdenken, sinnendes Betrachten; das Sichvertiefen in Gedanken; religiöse Versenkung (lat.)“. Bedarf also das Meditieren an sich gar keiner großartigen Technik oder professionellen Anleitung, sondern jeder kann es tun, wann immer er es will? Es klingt jedenfalls so einfach.

Ich möchte im Folgenden berichten, wie ich mit diesem Thema umgehe. Es ist keine Anleitung, erhebt keinen Anspruch auf Übereinstimmung mit gängigen meditativen Theorien oder gar auf spürbare Wirkung. Es ist allein meine Art und Weise. Es ist eine Art Selbsthilfe.

Die erste Möglichkeit hat zu tun mit geografischen Gegebenheiten, die nicht auf jeden Menschen zutreffen. Ich lebe am Meer beziehungsweise sehr nahe am Meer. Ich glaube bei knapp vier Kilometern kann man das so stehen lassen. Da werden einige gleich meinen: Aber das Meer ist doch schon Meditation genug! Ja, für eine genügsame leichte Meditation reicht das aus – dem einen mehr, dem anderen weniger. Wenn man sich an eine ruhige Stelle am Strand setzt, die unaufhörliche Bewegung der Wellen auf sich einwirken und den Gedanken freien Lauf  lässt, kann das allein schon sehr entspannend und befreiend sein.

Traumhafter Sonnenaufgang auf dem Höhenpass hinter Foncebadon

Das mache ich manchmal auch. Doch darüber hinaus setze ich mich ins Auto und fahre etwa fünfzehn bis zwanzig Minuten die Südküste entlang. Der Weg führt zu einem abgelegenen Strand, an dem sich selbst im Sommer nur Insider aufhalten. Schroffe Felszungen ragen weit ins Meer. Auf ihren Rücken liegt feiner, gelber Sand, der sich dünenartig bis zum Ufer ausbreitet. Solch einen Vorsprung wähle ich mir also aus und stelle mich mit beiden Beinen fest in den warmen Sand. Das Gesicht ist natürlich zum Meer gekehrt, und die Arme befinden sich in einer erhobenen Haltung, als wolle ich das Meer segnen; die Handflächen zeigen zum Horizont. Nun kommt das Wichtigste. Man muss sich gehen lassen können. Das funktioniert um so besser, wenn man ganz allein ist. Sobald man das eigene Tun in diesem Moment hinterfragt, unangebracht oder gar lächerlich findet, kann man es auch sofort sein lassen. Es wird dann nichts bringen.

In der beschriebenen Haltung also verharre ich und forme, so tief es nur im Ansatz geht, den Laut „Ommmmm“. Die vielen „m“ stehen hier für die Tatsache, dass man den Laut, der sich ergibt, so lange hält wie nur möglich – ohne allerdings zu verkrampfen und am Ende nach Luft schnappen zu müssen. Wenn man es ein wenig übt und natürlich dabei den Mund geschlossen hält, klappt das bald ganz gut. Der Ton vibriert dann förmlich durch den ganzen Körper. Natürlich verschwinden die Probleme bei dieser Art von Meditation nicht automatisch. Nein, ehrlich gesagt, sie bleiben. Aber sie verlieren an Bedeutung, und für das eine oder andere findet sich vielleicht der Ansatz für eine Lösung. Das Problem beherrscht dann nicht länger mich. Die Entscheidung, wie ich mich ihm stelle, liegt bei mir. Das funktioniert natürlich nicht nach der Methode: Ich meditiere, und alle Probleme lösen sich in Luft auf. So funktioniert es nicht. Die Meditation hilft, Abstand zu gewinnen, Ansätze zu erkennen. Die wirkliche Lösung des Problems bleibt natürlich letzten Endes aktivem Handeln überlassen. Das dürfte doch jedem klar sein. Es ist eine Hilfe, ein Ansporn – kein Ersatz für Handeln.

Morgenstimmung auf dem Pilgerweg kurz vor Morella

Jetzt werden einige sagen: „Ja, der hat es gut. Er lebt am Meer und kann das tun. Was aber ist mit mir?“ – Es muss nicht das Meer sein, obwohl die Faszination, die von Wellen ausgeht, etwas Besonderes ist. Im Grunde jedoch genügt jede andere Landschaft, die eine erhabene Ruhe ausströmt, genau so gut. Das kann ein großer See sein, Berge oder einfach landschaftliche Weite, vielleicht mit einem gerade stattfindenden Sonnenauf- oder Untergang oder Wolkenformationen, deren Erscheinungsbild ständig wechselt. Es kommt allein auf die Fantasie und die innere Einstellung des Meditierenden an.

Für mich die stärkste Wirkung: das Pilgern!

Noch eine stärkere Möglichkeit, wenn man sie richtig einsetzt, ist für mich das Pilgern. Man kann es je nach Bedarf und Gegebenheiten so hoch oder niedrig dosieren, wie man es möchte. Natürlich hängt das nicht vom Begriff ab. Normales Wandern mit dem Hintergrund meditativer Absichten erfüllt ebenso den Zweck. Eine einfache Wanderung von einigen Stunden meine ich aber nicht. Für mich, also für mein subjektives Empfinden, müssen es schon einige Tage oder sogar Wochen sein, wenn es dem Ziele dienen soll, meditativ zu sich selbst zu finden. Ich verknüpfe damit meine eigenen Erfahrungen einer großen Pilgertour, die weit über 1.000 Kilometer führte. Darüber schrieb ich ein Buch, das allerdings mit dem Meditieren in keinem direkten Zusammenhang steht. Es wird ja hier auf dieser Homepage auf den ersten Seiten vorgestellt.

Peter Schumann

Die Fotos sind übrigens vom Autor und während der Pilgertour auf dem Weg entstanden. Zeit und Gelegenheit zum Meditieren gab es reichlich.

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